Was sollte man über die Thüringer Jugendfeuerwehr wissen?

Im Gespräch mit Lisa Liebing, Landesjugendsprecherin der Thüringer Jugendfeuerwehr.

Mit unserem Radsportprojekt wollen wir Spenden sammeln und die Thüringer Jugendfeuerwehr bekannter machen. Dazu gehört auch, dass wir unseren Horizont zum Thema erweitern. Lisa Liebing, Landesjugendsprecherin der Thüringer Jugendfeuerwehr, hat sich für uns die Zeit genommen, um uns unsere Fragen zu beantworten.

Zuerst wollen wir natürlich wissen, wie du selbst zur Feuerwehr gekommen ist.

 “Mir wurde die Begeisterung für die Feuerwehr quasi in die Wiege gelegt. Bereits mein Großvater war Wehrführer bei der Feuerwehr. Es ist also keine Überraschung, dass ich ebenfalls in der Jugendfeuerwehr aktiv bin und mich durch die Wahl zur Landesjugendsprecherin auch für die gesamte Thüringer Jugendfeuerwehr einsetze.”

In der Vorbereitung auf unser Gespräch haben wir uns selbst gefragt, was man über die Thüringer Jugendfeuerwehr wissen sollte. Beispielsweise in welchem Alter man zur Jugendfeuerwehr gehen kann und was der Nachwuchs dort so alles macht.

“In Thüringen können Kinder bereits ab 6 Jahren mitmachen und sich zum Beispiel mit erster Hilfe, Knotenkunde und der praktischen Feuerwehrtätigkeit vertraut machen. Dabei kommen die  Kinder und Jugendlichen bei der Jugendfeuerwehr neben der Erweiterung ihres Wissens auch noch in Bewegung.”

Das ist ja eine Kombination, die im Freizeitangebot für Heranwachsende ziemlich selten ist. Darüber hinaus ist uns die tolle Gemeinschaft bei der Feuerwehr aufgefallen. Gesellschaftliche Werte wie Vertrauen, Zusammenhalt und Zuverlässigkeit werden so bereits an die Kinder weitergegeben. Macht sich denn das Training bei der Jugendfeuerwehr auch im gesellschaftlichen Umfeld der Kinder und Jugendlichen bemerkbar?

“Jedes Kind nimmt das Erlernte mit nach Hause und gibt es natürlich auch weiter. Familie, Freunde und Bekannte erfahren auf diesem Weg nicht selten auch etwas Neues über die Brandbekämpfung und das richtige Verhalten in Gefahrensituationen. Jedes Mitglied der Jugendfeuerwehr wird ganz nebenbei zum inoffiziellen Stellvertreter für die Feuerwehr und kann zeigen was für unsere Sicherheit alles nötig ist. So entsteht die Begeisterung und Leidenschaft, die es braucht um im Ernstfall für andere Menschen einzustehen.”

Die meisten Feuerwehrleute waren sicher vorher auch bei der Jugendfeuerwehr. Wie sieht die Nachwuchsgewinnung für die Freiwilligen- und Berufsfeuerwehren aus?

“Längst nicht alle Mitglieder der Jugendfeuerwehr treten später in den Dienst bei der Feuerwehr ein. Einige ziehen weg, andere beginnen eine längere Ausbildung und einige verfolgen in ihrer Jugend neue Ziele. Ein Teil bleibt jedoch dabei und tritt frühestens mit 16 Jahren zum Beispiel der Freiwillige Feuerwehr bei. Seiner örtlichen Jugendfeuerwehr kann man als Erwachsener übrigens auch als Jugendwart*in treu bleiben.”

Für die Feuerwehr und die Gesellschaft spielen die Jugendfeuerwehren offensichtlich eine wichtige Rolle. Wie sieht denn eigentlich die Arbeit bei der Jugendfeuerwehr konkret aus?

“Selbstverständlich ist die Arbeit bei der Jugendfeuerwehr kein Selbstläufer. Jede Jugendfeuerwehr trainiert nach einem selbstbestimmten Rhythmus. Das Training und die Übungen müssen geplant und vorbereitet werden. Dazu kommt die Organisation für die Beteiligung bei öffentlichen Festen oder feierlichen Anlässen. Denn so können auch kleinere Einnahmen generiert werden, um gemeinsame Unternehmungen oder individuelle Ausrüstung zu finanzieren.”

Angesichts dieser vielfältigen Aufgaben verdient die Selbstverständlichkeit, mit der bei der Thüringer Jugendfeuerwehr Kinder gefördert und auf das Ehrenamt vorbereitet werden, höchste Anerkennung.

Wir danken für das tolle Gespräch und fühlen uns in unseren Absichten mehr als bestätigt. Hoch motiviert geht es jetzt wieder ins Training und wir hoffen, mit unserem Projekt so viele Menschen wie möglich zu erreichen um das Spendenziel von 10.000 € zu erreichen. Es ist eine Investition in unsere Zukunft und die eigene Sicherheit.

(Text: Fabian Kilian)